MEMEFA

1. Januar 1936

MEMEFA

Die Fabrik, 1936/37 erbaut, eine Tochtergründung der Dürener Metallwerke und Bergmann – Borsig Berlin, stellte als Zulieferer für die Flugzeugindustrie wie die Heinkel Werke in Rostock, Arado in Warnemünde, Dornier in Wismar, Teile aus Aluminium und Duraluminium her. Unter anderem waren das Propeller, Treibstofftanks, Tragflächen und Lenkeinrichtungen. Ausführliche Geschichte der MEMEFA als PDF:   Geschichte der MEMEFA

Industrie im Touristenort Waren

1. Januar 1936

Industrie im Touristenort Waren

Wie kam es dazu in einer ländlichen Region eine Industrieansiedlung vorzunehmen? Die Stadt Waren war wegen ihrer landschaftlich reizvollen Lage schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Touristenziel. Die Einnahmen aus dem Tourismus halfen der Stadt aber nicht aus der finanziellen Schieflage, in die sie durch die Wirtschaftskrise Ende der 20iger Jahre und der damit einhergehenden Arbeitslosigkeit geraten war. So stellte sie, in Absprache mit dem Reichsluftfahrtsministerium, den Dürener Metallwerken Grundstücke in Eldenholz, die bis dahin zum Teil als Wiesenfläche zur Futtergewinnung für Kleintierhalter genutzt wurden, für die Fabrikgründung kostenlos zur Verfügung. Die Arbeitnehmer, die das Werk benötigte, kamen überwiegend aus dem Rheinland, Berlin und dem damaligen „Danziger Korridor“.

Neue Heimat

1. Februar 1936

Neue Heimat

Parallel zum Aufbau des Werkes gründete die Stadt die Warener Wohn und Siedlungsgesellschaft mbH, um entsprechend Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Später benannte sie sich in „Neue Heimat“ – Gemeinnützige Wohn und Siedlungsgesellschaft mbH um. Die Stadt Waren ist durch die Anwerbung und den Zuzug von Arbeitnehmern mit ihren Familien um ca. 5000 Einwohner gewachsen. Sie hat sich aus einem kleinen mecklenburgischen Ackerbürgerstädtchen zu einer modernen Stadt mit Industriearbeitern entwickelt. Nach Kriegsende wurden in einigen Hallen und Baracken des Werkes zeitweilig Flüchtlinge und Vertriebene, vor allem aus den Sudeten, untergebracht.

2. Weltkrieg

1. September 1939

Auch Fertig- und Halbfertigprodukte für die deutsche Industrie verließen dieses Werk, genauso wie bis Juni 1941 Aluminiumbleche für die Sowjetunion. In der MEMEFA waren über 2600 Mitarbeiter beschäftigt, nach Kriegsausbruch 1939 auch Kriegsgefangene, Zwangs- und Fremdarbeiter aus mehreren Nationen: Niederlande, Belgien, Frankreich, Polen Ukraine, Weißrussland und Jugoslawien.

Demontage und Sprengung

2. September 1945

Demontage und Sprengung

Die Fabrik, die am 12. April 1945 ihre Produktion eingestellt hat, nahm auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) die Produktion jetzt ausschließlich für zivile Zwecke (vor allem Kochtöpfe und Pfannen), teilweise wieder auf. Parallel zur Weiterproduktion wurde mit der Demontage begonnen. Ein Teil der Maschinen und Anlagen blieben in Waren und kamen ins „Eisenwerk“ in der Teterower Str. in Waren, ein weiterer Teil wurde für den Aufbau der Neptun-Werft nach Rostock geliefert. Die Betriebsunterlagen, wie Pläne, Zeichnungen und der Rest an Maschinen und Anlagen wurden nach Magnitogorsk, Sibirien, gebracht, um dort ein ähnliches Werk aufzubauen. Auch technische Zeichner und andere Fachkräfte mussten mit hinter den Ural, das Werk aufbauen. Nach Beendigung der Demontage wurde das Werk gesprengt. Das Verwaltungsgebäude blieb stehen und wurde bis in die 60iger Jahre als Weiterbildungseinrichtung für die Ausbildung in bautechnischen Berufen sowie als Kreisparteischule der SED genutzt.

Erholungszentrum Müritz

1. Januar 1965

Erholungszentrum Müritz

Der Gewerkschaftsbund der DDR- FDGB- übernahm Mitte der 60igerJahre das Haus und nutzte es als Ferieneinrichtung bis 1990. Ende der 80iger Jahre wurde es im Zusammenhang mit dem Abzug der sowjetischen Atomraketen aus Warenshof nochmals umgebaut.

Europäische Akademie M-V

1. Januar 1994

Europäische Akademie M-V

1994 konnte der im Herbst 1990 gegründete Verein das Haus und ein dazu gehörendes Grundstück von der Treuhand kaufen. Die Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern ist ein Ort des Dialogs. Sie ist eine bundes- und landesweit anerkannte Einrichtung der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung und bietet ein breitgefächertes, handlungsorientiertes, allgemeinpolitisches Bildungsprogramm, zu deutschland- und europapolitischen Themen, das grundsätzlich jedem offen steht, an. Sie arbeitet mit vielen Partnern, in Deutschland und in unseren europäischen Nachbarländern, insbesondere in Polen, zusammen