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Waren (Müritz)

Archiv der vergangenen Veranstaltungen

Hier finden Sie eine Auswahl unserer Veranstaltungen, die in der Europäische Akademie in Waren (Müritz) organisiert wurden.

Freitag, 2021-10-22

Europäische Akademie MV (Eldenholz 23 17192 Waren (Müritz))

„Als bedrohliche Ausnahmesituation […] erlebt die Gegenwart nur, wer die Geschichte nicht kennt, in der die Bewegung von Menschen über Grenzen und die Begegnung ihrer Kulturen nicht Ausnahme, sondern die Regel waren. Räumliche Bewegung und kulturelle Begegnung standen dabei, soweit dies in friedlicher Absicht geschah, meist für Ergänzung und Bereicherung, Ab- und Ausgrenzung hingegen oft für Armut und Gefahr.“ (Klaus J. Bade)

In der Tat, die Geschichte der Menschheit ist eine unendliche Geschichte von Ein- und Auswanderung. Das gilt auch für Mecklenburg-Vorpommern sowie für die Menschen, die dort leben und beheimatet sind. Wir alle stammen von Migranten ab, weshalb es auch keinen Sinn macht, die Menschen in Einheimische und Fremde zu unterscheiden.

Nicht erst seit der deutschen Ostsiedlung im Hochmittelalter in die Randgebiete des Heiligen Römischen Reiches ist das Territorium zwischen der Elbe im Westen und der Oder im Osten ein Zuwanderungsgebiet. Die Einwanderer trafen damals auf Menschen, die seit der Völkerwanderung hier lebten und ebenfalls schon Vorgänger hatten. Gemeinsam machten sie das Land urbar, gründeten sie Dörfer und Städte und veränderten nachhaltig die Rechtsstrukturen. Sie schufen eine völlig neue und gleichzeitig einmalige Geschichts- und Kulturlandschaft.

Die Mecklenburger und Pommern erwiesen sich nicht nur als arbeitsam und rechtschaffen, sondern auch als bodenständig. Aber die Entstehung und volle Entfaltung der Gutsherrschaft mit leibeigenen Bauern, die als Erbuntertanen ein Leben in Armut und Unfreiheit fristeten, führte nach der Aufhebung der Leibeigenschaft im 19. Jahrhundert zur massenhaften Auswanderung der Gutsuntertanen nach Übersee, vor allem nach Nordamerika, insbesondere in die USA, aber auch nach Südamerika und nach Australien. Überall dort, wo sie sich niederließen, machten sie durch Fleiß und Moral, Schöpferkraft und Gemeinsinn sowie durch andere Tugenden ihrer ethnischen Herkunft alle Ehre.

Der Auswanderung aus Mecklenburg und Pommern folgte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts mehr und mehr die Zuwanderung aus den landwirtschaftlich geprägten Ostprovinzen des Deutschen Kaiserreiches sowie aus Russland und nach 1919 auch aus dem wiederentstandenen Polen. Sie fanden vornehmlich in Pommern und in beiden Mecklenburg als Saisonarbeiter „Lohn und Brot“.

Rund 14 Millionen Deutsche kamen von 1945 bis 1948 durch Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten sowie aus Ost- und Südosteuropa in die vier Besatzungszonen; 980.000 davon nach Mecklenburg-Vorpommern. Viele wurden in den Herrenhäusern und Wirtschaftsgebäuden der zahlreichen Güter des Landes einquartiert und manche fanden später sogar nach Aufnahme und Integration in einem der vielen Gutsdörfer eine neue (zweite) Heimat.

Als jedoch die Nachkriegszeit vorüber war, ging das Migrationsgeschehen auf deutschem Boden weiter; zunächst als Binnenmigration von Ost nach West und dann als Zuwanderung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1955 und in der DDR seit Ende der 1960er Jahre sowie im vereinten Deutschland seit 1990. Deutschland ist de facto ein Einwanderungsland (!), aber über ein Gesetz, das die Zuwanderung für die Betroffenen regelt, wird seit fünfzig Jahren im Bundestag gestritten.

Die Ausstellung Adliges Leben im Baltikum entstanden in Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Kulturforum östliches Europa Potsdam und dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung Marburg –  umrahmt unsere Jubiläumstagung.

 

Dr. Günter Kosche, Freier Mitarbeiter der Europäischen Akademie MV

Hier das Programm als PDF

Donnerstag, 2021-10-21

Das deutsch-polnische Verhältnis scheint aktuell angespannt. Dieser Eindruck entsteht, betrachtet man die Beziehungen zwischen Berlin und Warschau. Harsche Kritik an der Entwicklung der polnischen Demokratie oder Forderungen nach Reparationen und dem klaren Verweis auf die Verbrechen Nazideutschlands sind nur einige von vielen Beispielen, die immer wieder für gegenseitiges Unverständnis und politische Konflikte sorgen. Jedoch bestehen die Beziehungen zwischen beiden Ländern nicht nur auf nationaler, sondern vielmehr auch auf regionaler und zivilgesellschaftlicher Ebene. Doch auch hier zeigt sich, dass gegenseitiges Unverständnis schnell zu Konflikten führen kann. Dabei sind Polen und Deutschland trotz aller Differenzen heute wichtige Partner innerhalb eines geeinten Europas, die auf zahllose grenzüberschreitende Verbindungen und Projekte blicken können. Ein zentraler Schlüssel für die fortschreitende Überwindung von Grenzen – sei es zwischen Ländern oder in den Köpfen der Menschen – ist das gegenseitige Kennenlernen. Wer seinen Nachbarn versteht, hat es leichter Freundschaft zu schließen.

Hier das Programm als PDF

Donnerstag, 2021-10-14

Zoom

2021 jährt sich das Ende der Sowjetunion zum 30. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums möchte diese Online-Reihe einen Blick auf ausgewählte Beispiele der ehemaligen Sowjetrepubliken werfen. Ziel ist dabei nicht nur eine historische Betrachtung derjenigen Ereignisse, die zur Unabhängigkeit des jeweiligen Staates geführt hatten, sondern ebenso eine Analyse der aktuellen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Neben der Betrachtung einzelner Länder und Regionen soll ebenso ein Blick auf die Beziehungen ehemaliger Sowjetrepubliken untereinander geworfen werden. Zudem bleibt die Frage nach dem Einfluss Russlands auf die jeweiligen Länder zu analysieren. Ziel ist es, einen Einblick in die Entwicklungen seit den Ereignissen vor nunmehr über 30 Jahren zu vermitteln und gleichsam eine aktuelle Bestandsaufnahme zu versuchen.

Die Europäische Akademie MV e.V. und das Zentrum für Eurasisch-Russländische Studien an der Universität Rostock laden dazu alle Interessierten herzlich ein.

 

Hier das Programm als PDF

Samstag, 2021-09-18

Zoom

Aus europäischer Sicht ist Afrika – unser Nachbarkontinent – ein wichtiges Ziel entwicklungspolitischen Engagements.

Chancen, Probleme und Perspektiven.

 

Hier PDF-Programm

Sonntag, 2021-09-12

Danzig (Polen)

Danzig oder Gdansk – kaum eine andere Stadt  im Ostseeraum blickt auf eine derartig wechselvolle europäische Geschichte zurück, wie die heute größte Hafenstadt Polens. Wie entwickelte sich die Stadt über die Jahrhunderte zu der modernen europäischen Metropole, die Danzig heute ist? Diese Frage soll dabei im Fokus der Reise stehen.

 

Hier PDF-Programm

Montag, 2021-08-30

Europäische Akademie MV (Eldenholz 23 17192 Waren (Müritz))

Am 26. September 2021 finden zum 20. Mal – zum 9. Mal seit der Wiedervereinigung – Wahlen zum Deutschen Bundestag statt. Dabei könnten diese Wahl und die sich daraus ergebenen Mehrheitsverhältnisse zu einer Richtungsentscheidung für die politische Landschaft in Deutschland und Europa werden.

 

Hier Programm als PDF

Sonntag, 2021-08-29

Schlesien

Gemeinsame Geschichte – unterschiedliche Narrative?

vom 29.08. bis 03.09.2021

Schlesien hat eine Geschichte vielfältiger kultureller Einflüsse aus Europa: Piasten, Böhmen, Ungarn, Habsburger und Preußen herrschten hier, unterschiedliche Konfessionen und Religionen lebten nebeneinander. Diese Multikulturalität hat auch Breslau, die Hauptstadt Schlesiens, mit ihrer über 1000 jährigen Geschichte geprägt. Am Ende des II. Weltkrieges war von deren sichtbaren Zeugen kaum noch etwas übrig geblieben. Aus Breslau wurde die polnische Stadt Wrocław, die sich über die Jahrzehnte der Teilung in Europa ihr historisches und kulturelles Erbe bewahrt und sich bis heute zu einer florierenden Metropole entwickelt hat, deren Bedeutung weit über die polnischen Grenzen hinaus reicht. Breslau und Schlesien stehen heute für ein Europa des Miteinanders und des kulturellen Austauschs. Dafür spricht auch die Wahl zur Kulturhauptstadt Europas 2016.

Wir laden Sie herzlich ein, diese historische und kulturelle Vielfalt im Herzen Europas kennen zu lernen und sich einen Eindruck von dieser geschichtsträchtigen und zugleich modernen Region zu verschaffen.

  Reiseleitung: Katarzyna Tymek, EduTrip

hier das Programm als PDF

Freitag, 2021-07-30

Europäische Akademie MV (17192 Waren (Müritz), Eldenholz 23)

Veranstaltung Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Geschichte an alternativen Orten (er)fahren Mit dem Rad rund um die Müritz!

Eine Veranstaltung für interessierte Erwachsene jedes Alters Veranstalte, Gesellschaft der Europäischen Akademien e.V. und der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im Rahmen des Modellprojekts „Rromoting Europe - Stärkung und Diversifizierung in der außerschulischen (europalpolitischen Erwachsenenbildung"

30. Juli bis 3. August 2021 in Rechlin, Röbel/ Müritz und Waren (Müritz) Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und insbesondere die Müritz-Region gehören zu den beliebtesten touristischen Ausflugs- und Urlaubszielen im Norden der Bundesrepublik. Die malerische Landschaft mit ihren unzähligen Seen ermöglicht ein Zur-Ruhe-Kommen und das Abstandnehmen zum Alltag. Ein reichhaltiges Angebot an Freizeit- und kulturellen Aktivitäten sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Geschichte der Region bewegt ist und zur kritischen Reflexion über die historisch-politische Verantwortung jeder*s Einzelnen trotz pittoresker Umgebung anregen kann/soll. Dieses Seminar möchte die Auseinandersetzung mit den Schrecken der NS-Diktatur und deren Spuren anregen und begibt sich dazu an Orte, die nicht auf den ersten Blick als Schauplätze von unsäglichen Verbrechen erkannt und eingeordnet werden können und so die durchaus beklemmende Realität der NS-Diktatur greifbar machen, aber den TeilnehmerInnen auch zum richtigen Zeitpunkt Raum zum individuellen und gemeinsamen Verarbeiten des Gelernten bieten soll. Diese Räume eröffnet das Format insofern, als dass die Gedenkorte und -stätten mit dem Fahrrad angesteuert werden. Die emotionalen und mentalen Verschnaufpausen können die Teil-nehmer-Innen so rund um die Müritz gemeinsam auf dem Rad nutzen, um sich auszutauschen oder die Eindrücke auf sich wirken zu lassen, bevor sie Ach dem nächsten Halt des Seminars nähern.

Lernziele: - Kritische Auseinandersetzung mit den Themen „jüdisches Leben an der Müritz", „die Rolle von Zwangsarbeit für die Region in der Zeit des Nationalsozialismus" und „Ausprägungen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der Region und der Folgen". - Bewusste Wahrnehmung der historischen Orte und deren Bedeutung für die Gegen-wart. - Kritische Selbstreflexion des eigenen Umgangs mit Geschichte sowie eigenen Werten und Normen.

Über uns

Die Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern e.V. in Waren (Müritz) ist eine staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung nach dem Weiterbildungsförderungsgesetzt Mecklenburg-Vorpommern.

Europäische Akademie MV e.V.

Eldenholz 23
17192 Waren (Müritz)

+49 (0) 3991 1537-0

+49 (0) 3991 1537-29

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